Der Fall Eichmann

ZDF History - Dokumentation

Buch und Regie Ute Bönnen und Gerald Endres
Kamera Christoph Lerch, Axel Brandt
Schnitt Christopher Kaps
Redaktion Annette Tewes (ZDF)
Produktion doc.station
Erstaustrahlung 06.05.2012 im ZDF
Länge ca. 40 min
Inhalt:

Eichmann, der ehemalige Leiter des Judenreferats im Reichssicherheitshauptamt, einer der wichtigsten Organisatoren des Massenmords an den europäischen Juden, war nach dem Krieg mit Hilfe eines Netzwerks von Gesinnungsgenossen in Argentinien untergetaucht. 1960 spürte ihn der Mossad dort auf und entführte ihn nach Israel, wo ihm ein Jahr später der Prozess gemacht wurde. Während Verwandte und Gesinnungsgenossen seine Verteidigung organisierten, waren die deutsche Regierung und mit ihr der Bundesnachrichtendienst peinlich darauf bedacht, nicht mit Eichmann und den Verbrechen der Nazis in Verbindung gebracht zu werden. Zu viele „Schreibtischtäter“, darunter Adenauers rechte Hand Hans Globke, waren wieder in Amt und Würden. Die Ankündigung der Zeitungen, Eichmann werde seine Mittäter verraten, erhöhte den Druck. In der Folge ließ Adenauer bei Ben Gurion vorfühlen, welche Gegenleistungen Israel erwarte, um Nachkriegsdeutschland aus dem Verfahren herauszuhalten. Kredite, die den Israelis schon zugesagt waren, wurden als Druckmittel vorläufig eingefroren. Die israelische Regierung lenkte schließlich ein und wies den Generalstaatsanwalt an, die Bundesrepublik im Prozess außen vor zu lassen. Avner Less, der Eichmanns Lügen nach wochenlangem Verhör durchschaut hatte, musste nach der Intervention von Eichmanns Verteidiger die Vernehmungen einstellen. In seinen bislang unveröffentlichten Tagebüchern beschreibt Less die wochenlange Auseinandersetzung mit dem Täter. Zusammen mit den Tonbandaufnahmen des Verhörs zeichnen sie ein spannendes Psychogramm des NS-Verbrechers. Daneben zeigt der Film, wer die Fäden im Hintergrund zog und was wirklich hinter den Kulissen in Israel und Deutschland geschah.