Mielkes Rache

Die Hinrichtung des
Stasi-Offiziers Werner Teske

Buch und Regie Ute Bönnen und Gerald Endres
Kamera Axel Brandt
Schnitt Marc Accensi
Redaktion Katja Wildermuth (MDR)
Produktion doc.station
Erstaustrahlung 08.10.2008 in ARTE
Länge 52 min (ARTE)
43 min (MDR)
Inhalt:

1981 verhängte das Oberste Gericht zum letzten Mal ein Todesurteil in der DDR. Der Verurteite wurde am 26. Juni 1981 in Leipzig mit einem Kopfschuss hingerichtet. Das Verbrechen des Werner Teske: Er war Offizier der Stasi und hatte geplant, in den Westen überzulaufen, diese Pläne aber nie in die Tat umgesetzt.
Der Film beschreibt die Geschichte eines Mannes, der in die Stasi eintritt, an ihr zerbricht und vernichtet wird.

Werner Teske wurde 1942 in Berlin geboren, war ein guter Schüler und ein brillanter Student der Finanzwirtschaft. Er hatte Stellenangebote aus der Universität und dem Außenhandel der DDR, doch ein weiteres Angebot wagt er nicht auszuschlagen: Die Stasi will ihn und verspricht, er könne auch in ihrem Dienst weiter an seiner wissenschaftlichen Karriere arbeiten. Also tritt Werner Teske in das Ministerium für Staatssicherheit ein. Er gründet eine Familie und arbeitet erfolgreich in der Hauptverwaltung Aufklärung, die für die Auslandsspionage zuständig ist.

Doch dann fühlt Werner Teske sich immer weniger wohl in der "Firma". Bei der Anwerbung wurde er getäuscht, denn als Geheimdienstler darf er nicht wissenschaftlich publizieren, und eine Karriere an der Hochschule der Stasi ist für ihn nicht vorgesehen. Auch in die enge, abgeschottete Lebenswelt der Stasi-Mitarbeiter passt er nicht so recht. Am liebsten würde er gehen, doch bei der Staatssicherheit kann man nicht kündigen. Teske ist in eine biografische Sackgasse geraten. Er beginnt zu trinken, wird nachlässig und schlampig bei der Arbeit, die Ehe kriselt.

Im Film beschreiben Zeitzeugen die enge Alltagswelt der Stasi-Mitarbeiter und ihrer Familien, den Wohlstand, der erkauft wird, durch ständige Anpassung, gegenseitige Überwachung und Heuchelei. Werner Teske will aus diesem Leben ausbrechen.

In den Westen überzulaufen ist die einzige Lösung, die er noch sieht. Er nimmt Unterlagen von der Arbeit nachhause mit, was streng verboten ist. Diese Dokumente sollen sein Eintrittsgeld im Westen sein. Teske hat die Möglichkeit zur Flucht. denn er verfügt über einen Sonderausweis für den "Westteil" des Bahnhofs Friedrichstraße. Spione aus der Bundesrepublik übergeben dort ihr Material. Werner Teske müsste nur in eine S-Bahn steigen und nach Westberlin fahren. Zweimal steht er auf dem Bahnsteig, doch er kann sich nicht zur Trennung von der Familie entschließen. Dann ist es zu spät. Wegen seiner dienstlichen Unregelmäßigkeiten wird er verhört, seine Wohnung wird durchsucht, - und er gesteht seine Fluchtpläne.

eske hat Pech: Kurz zuvor ist Werner Stiller aus derselben Abteilung in den Westen übergelaufen und hat der Stasi damit eine erhebliche Schlappe zugefügt. Mielke fordert Rache, und jetzt hat die Staatssicherheit schon wieder so einen Verräter. Obwohl Teske seien Verratspläne nicht in die Tat umgesetzt hat und keine Informationen den Westen erreicht haben, wird er zum Tode verurteilt und hingerichtet.

Werner Teske verschwindet, die Spuren seines Lebens werden vernichtet. Seine Frau und ihre Tochter bekommen eine vollständig neue Identität, sie müssen Berlin verlassen und dürfen keinen Kontakt zu ihren alten Bekannten aufnehmen. Bis zur Wende glaubt Teskes Witwe, dass ihr Mann noch lebt und irgendwo gefangen gehalten wird,